Eyecatcher Für Eltern

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Bild: Mutter liest Elternratgeber zu chronischen Schmerzen bei Kindern

"Die Schmerzen ernst nehmen, aber nicht zulassen, dass sie den Alltag beeinflussen" – das ist die gesündeste Haltung, die Eltern von Kindern mit chronischen Schmerzen entwickeln können. Das mag paradox klingen, funktioniert aber sehr gut.

Wenn Ihr Kind über Schmerzen klagt, sind diese Schmerzen wirklich da, und Sie dürfen auch mitfühlend sein. Hilfreicher als Mitleid ist aber eine konsequente Unterstützung Ihres Kindes, einen normalen Alltag zu führen.

So können Sie z.B. sagen "Ja, Du hast Schmerzen, aber Du gehst jetzt trotzdem in die Schule" oder "Ja, es tut weh, und Du weißt, dass jetzt nur ablenken hilft. Lenk Dich also ab, male ein Bild, gehe Fußball spielen, triff Dich mit Deiner Freundin, kraule unseren Hund." 

Wenn Sie als Eltern den Eindruck haben, dass gewisse Tätigkeiten Ihrem Kind gesundheitlich nicht zumutbar sind, halten Sie Rücksprache mit dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin bzw. SchmerztherapeutenIn.

Weitere Tipps finden Sie hier als pdf-Download:
Zehn Tipps für Eltern im Umgang mit chronischen Schmerzen

(Quelle: Michael Dobe/Boris Zernikow: Rote Karte für den Schmerz. Wie Kinder und ihre Eltern aus dem Teufelskreis chronischer Schmerzen ausbrechen. Heidelberg, 2012, Carl-Auer Verlag)

Buchtipp: "Rote Karte für den Schmerz"

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Was sagen Eltern zu dem Ratgeber?

Erfahrungsbericht

"Nadja* konnte durch Lesen der entsprechenden Abschnitte die physiologischen Vorgänge und psychologischen Mechanismen erkennen und verstehen. Wir Eltern wurden entlastet von dem Vorwurf "Rabeneltern" zu sein und vor der Angst Fehler zu machen, wenn wir unser krankes Kind zur Schule und in den Alltag hinaus "knechteten". Und wir alle zusammen hörten unmittelbar auf, dauernd über die Beschwerden zu sprechen. Das war zunächst anstrengend, da wir durch die langjährige Anwendung homöopathischer Behandlung eine introspektive Haltung bei Krankheiten gewohnt waren. Aber es hat funktioniert!"

*Name geändert.

Brief einer Mutter: Erfahrungsbericht nach der Schmerztherapie

Liebes Team von der Schmerztherapie,

ich möchte Ihnen heute eine kurze Rückmeldung geben.
Mein Sohn Tim* war im Juli 2015 für drei Wochen bei Ihnen und hat sich dort pudelwohl gefühlt (chronischer Schmerz nach jahrelangen Problemen mit O.D. in beiden Füßen). Entscheidender ist aber noch, dass er sehr viel aus dem Aufenthalt mitgenommen hat. Schon beim Nachgespräch mit Herrn Dobe im Oktober 2015 konnten wir berichten, dass Tim zu dem Zeitpunkt gerade begonnen hatte, in der Schule Badminton zu spielen. Natürlich lief das anfangs nicht immer ganz erfolgreich, aber Tim hat immer mehr seine Freude an Bewegung wiedergefunden. Nun war er letzte Woche auf Skifreizeit – und im Vorfeld schon noch etwas skeptisch, ob er das könnte, ob er überhaupt seine Füße in die Skischuhe bekäme usw. Jetzt ist er zurück und erzählt begeistert, wie er rote Pisten gefahren ist und einen Riesenspaß ohne besondere Schmerzen hatte. Fantastisch! Wenn mir das noch vor zwei Jahren jemand erzählt hätte... Ich hätte ihn für verrückt erklärt – es war kein Denken daran, dass Tim überhaupt an einer solchen Schulfahrt aktiv teilnehmen könnte, geschweige denn, dass er auch noch schmerzfrei dabei wäre.

Ich bin Ihnen zutiefst dankbar, dass Sie unserem Sohn ein normales Teenie-Leben zurückgegeben haben.

Alles Gute für Sie alle!

Herzliche Grüße

*Name geändert.