Eyecatcher Für Jugendliche

16-jähriges Mädchen

Ich bin inzwischen 16 Jahre alt und war im März 2012 für drei Wochen in der Klinik. Ich hatte so gut wie jeden Tag starke Kopfschmerzen und Schwindel. Zuerst wurde mir gesagt, dass ich Migräne hätte, doch das konnte nicht sein, da die Medikamente nicht halfen. Daraufhin war ich bei vielen Ärzten wie z.B. Augenarzt, HNO-Arzt, Osteopathen, Psychotherapeuten, Neurologen, Hausarzt und sogar wegen eines MRTs bei einem Radiologen. Doch keiner von diesen konnte etwas feststellen.

Meine Eltern wussten keinen Rat mehr, da ich nur noch selten zur Schule gehen konnte. Zeit für Freunde hatte ich nur noch wenig, und auch normale Dinge wie Sport machen oder Fernsehen tat ich nicht mehr.

Ich hatte erheblich viele Fehlstunden in der Schule, wodurch mir auch viel Unterrichtsstoff verloren ging. Doch dann bekam ich den Tipp einer Ärztin, dass es sich vielleicht auch um eine psychosomatische Erkrankung handeln könnte. Sie schlug mir vor, ein Beratungsgespräch in der Kinderklinik Datteln zu vereinbaren. Doch das wollte ich auf keinen Fall, da ich nicht drei Wochen weg von Familie und Freunden in einer Klinik bleiben wollte. Deshalb gingen wir erst zu einer ambulanten Psychotherapeutin, welche letztendlich aber auch sagte, dass ein stationärer Aufenthalt der letzte Ausweg wäre.

In der Klinik wurde ich nett aufgenommen und es tat gut zu wissen, dass es viele Kinder mit ähnlichen Problemen gibt. Dort fand ich schnell Freunde und so vergingen die drei Wochen schneller als gedacht. Ich habe dort verschiedene Techniken oder Entspannungsmöglichkeiten kennen gelernt, welche ich später zuhause auch angewendet habe. Anfangs hab ich mithilfe dieser Techniken meine Schmerzen gut in den Griff bekommen, doch dann wurde es auf einmal wieder schlimmer und ich ging erneut nicht in die Schule. Glücklicherweise stand kurz darauf mein Wiedervorstellungstermin in der Klinik an.

Frau Hartmann (Psychotherapeutin im Kinderschmerzzentrum) hat mir ordentlich ins Gewissen geredet, was auch nötig war, denn ich sollte trotz der Schmerzen in die Schule. So bekam ich noch mal die Kurve, denn alleine hätte ich das nicht geschafft. So ging ich wieder jeden Tag in die Schule, auch wenn ich Schmerzen hatte. Doch diese wurden immer weniger. Ich dachte auch nicht mehr so häufig daran und hatte wieder Spaß.

Heute geht es mir wieder richtig gut, ich hab freiwillig das Schuljahr wiederholt und die Schule gewechselt, um einen Neuanfang zu starten. Inzwischen spielen die Schmerzen gar keine Rolle mehr in meinem Leben und ich habe sie völlig vergessen. Letztendlich bin ich froh, dass ich damals trotz meiner Ängste in die Klinik gegangen bin, denn sonst könnte ich nicht leben wie ich es jetzt tue.

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